Sterbebegleitung

        „Geh nicht vor mir her – ich könnte dir nicht folgen, denn ich suche meinen eigenen Weg. Geh nicht hinter mir her – ich bin gewiss kein Leiter. Bitte bleib an meiner Seite und sei nichts als mein Freund und mein Begleiter.“*

 

Wenn das Leben sich dem Ende zuneigt, stehen viele Menschen und ihre Angehörigen vor einer emotional herausfordernden Zeit. In dieser Phase ist es besonders wichtig, nicht allein zu sein. Unser Hospizverein bietet einfühlsame und individuelle Sterbebegleitung – für ein würdevolles Leben bis zuletzt.

Sterbebegleitung bedeutet für uns, da zu sein: mit Zeit, mit offenen Ohren, mit Herz. Unsere geschulten ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter schenken Nähe, hören zu, halten aus – ganz ohne Zeitdruck. Sie sind da, wenn Gespräche guttun, wenn Stille gebraucht wird oder wenn Angehörige eine Entlastung brauchen.

Wir begleiten Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Religion oder Weltanschauung – zu Hause, im Pflegeheim, im Krankenhaus oder im Hospiz. Dabei stehen die Wünsche und Bedürfnisse der sterbenden Person im Mittelpunkt. Auch Angehörige finden bei uns Unterstützung: in Gesprächen, durch praktische Hilfe oder einfach durch das Gefühl, nicht allein zu sein.

Sterbebegleitung ist keine medizinische Versorgung, sondern eine menschliche. Sie ergänzt die Arbeit von Pflegekräften und Ärztinnen, indem sie das seelische und soziale Wohlbefinden stärkt. Oft entstehen in dieser Zeit intensive, wertvolle Begegnungen – Momente der Verbundenheit, des Friedens, manchmal auch des Humors.

Wenn Sie selbst oder ein nahestehender Mensch eine Begleitung am Lebensende wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – ganz unverbindlich. Gemeinsam klären wir, wie wir Sie am besten unterstützen können.

Denn jeder Mensch verdient es, in Würde zu leben – bis zuletzt.

*Zitat oben von Albert Camus (1913 – 1960)

Unser Weg der Begleitung

Der Hospizkreis Altenberge möchte Ihnen in dieser besonderen Lebensphase zur Seite stehen – mit Zeit, Zuwendung und einem offenen Ohr. Wir möchten Mut machen, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Unsere Begleitung geschieht selbstverständlich vertraulich und mit größtem Respekt vor Ihrer persönlichen Situation.

Bevor wir Sie begleiten dürfen, ist es wichtig, dass alle Beteiligten mit der Einbindung des Hospizkreises einverstanden sind. Dies bedeutet auch, anzuerkennen, dass ein Lebensweg sich dem Ende zuneigt – ein Schritt, der Mut und Offenheit erfordert.

Wenn Sie diesen Weg mit uns gehen möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Koordinatorin:

Eva Kötter

Telefon: 02505 – 938 39 05

Mobil: 0151 – 12 94 55 5

In einem persönlichen Gespräch klärt sie mit Ihnen, welche Unterstützung sinnvoll und hilfreich sein kann – sei es durch Beratung, durch Vermittlung pflegerischer oder hospizlicher Hilfen oder durch die Begleitung eines unserer ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen oder -begleiter.

Im nächsten Schritt schauen wir gemeinsam, ob zwischen Ihnen und der begleitenden Person eine vertrauensvolle Verbindung entstehen kann – denn echte Begleitung braucht Verständnis, Akzeptanz und Mitgefühl.

Unsere Sterbebegleiter:innen

Niemand übernimmt aus dem Stand eine Sterbebegleitung. Alle haben sich entsprechend fortgebildet. Außerdem wachsen die Begleiter in die Aufgabe hinein – ebenso wie die Angehörigen, die plötzlich mit dem Sterben eines Lieben konfrontiert sind.

Wir haben unsere Sterbebegleiter:innen gefragt, was sie dazu bewegt, sich in diesem Bereich zu betätigen. Hier finden Sie einige Antworten: 

  • Nähe zu geben, ist bereichernd. Ich kann wahrnehmen, wie unterschiedlich Menschen sind, wie unterschiedlich sie in Krisenzeiten reagieren.

  • Ich erinnere, wie gut es mir getan hat, dass in einer schwierigen Situation jemand bei mir war. Ähnlich stelle ich es mir auch am Lebensende vor. Wenn jemand an diesem Übergang ins Ungewisse steht und große Angst hat, will ich mit ihm aushalten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass nicht jeder dieses Bedürfnis hat.

  • Ich möchte etwas Sinnvolles tun. Und was kann es Sinnvolleres geben als in Notzeiten dem anderen zur Seite zu stehen? Das bereichert mein eigenes Leben, gibt ihm eine andere Dimension und Sinnhaftigkeit.
  • Ich habe das Sterben meines Vaters erlebt. Diese Erfahrung hat mich prägt, mir Maßstäbe gesetzt, mich stark gemacht. Ich hoffe, ich begegne nun einfühlsamer den Gefühlen der Menschen, die so etwas durchleben müssen. Ich habe das Bedürfnis, etwas weiterzugeben.
  • Im Hospizkreis bin ich Teil einer Gemeinschaft. Mit anderen Gleichgesinnten zusammen tue ich etwas Sinnvolles. Wir schauen in die gleiche Richtung und fühlen uns mit unseren Fragen, Anliegen, Erfahrungen und Erlebnissen meistens aufgehoben. Ich kann den an deren in dieser Gemeinschaft vertrauen. Wir reden, handeln, lachen, weinen, sind traurig und fröhlich miteinander.
  • Ohne dass ich es beabsichtigt habe, setze ich mich mit meinen eigenen Vorbehalten und Ängsten zum Sterben auseinander. Und das kann auch zu einer neuen Einstellung zum Leben führen. Konkret weiß ich nun, wie unerlässlich es ist, mit meinen Kindern darüber zu sprechen.
  • Eine fremde Familie in einer Extremsituation zu erleben, ist nicht nur interessant. Es kann auch sehr bedrückend sein. Ich muss aufpassen, dass ich nicht von ihrer Dynamik aufgesogen werde.  Da helfen nur Achtsamkeit und das Reflektieren in der Gruppe.